Bündnis gegen Rechts: Unsere Stadt hat keinen Platz für Rassisten

Rund 400 Bottroper Bürger protestierten gegen AfD-Veranstaltung

 

 

 

Lautstark und friedlich machten am Donnerstag rund 400 Gegner der AfD Front gegen eine Veranstaltung der Rechtspopulisten in der Willy-Brandt-Gesamtschule. Das überparteiliche „Bündnis gegen Rechts“ hatte dazu aufgerufen, ein deutliches Zeichen für „Bunt statt braun“ zu setzen.

 

In teilweise ergreifenden Redebeiträgen wandten sich Vertreterinnen und Vertreter aus sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen „gegen den Auftritt der Rassisten“. Unter ihnen die Schülersprecherin der Willy-Brandt-Gesamtschule, Katharina Wieczorek, die das Miteinander von Schülerinnen und Schülern in ihrer Schule betonte und „dieses gute Verhältnis nicht durch neue Nazis gefährdet sehen“ möchte. Jutta Britze von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) machte die Einstellung ihrer Organisation deutlich, die sich „ganz klar gegen Rechtspopulismus wendet und sich von der Schulleitung eine gebotenen Neutralität gewünscht hätte.“

 

Ihre persönliche Betroffenheit brachte Alessa Bochie vom B.U.N.D. (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland) auf den Punkt: „Meine Schwiegereltern mussten die Fragen ihrer Kinder aushalten, wenn sie aus der Schule kamen und fragten, was ist ein Nigger? Ich rufe ihnen zu: Frau Petry; Sie haben Angst um unsere Kinder? ICH habe Angst um meine Kinder, wenn wir wieder in eine überholt geglaubte Zeit zurückfallen, wo Menschen rassistisch verfolgt werden.“

 

Der evangelische Pfarrer Steffen Riesenberg appellierte in einer aufwühlenden Rede an die Menschlichkeit und erteilte den „Menschenfeinden der AfD“ eine deutliche Absage. Umrahmt wurden de Wortbeiträge von einer Reihe Musikern wie Andre Urban, der Verstärkung von Musikerkollegen aus Essen bekam, Martin Marzipano, der klare Worte mit angepunkter Musik verband und nicht zuletzt Karl Keining mit seinem Leierkasten, der bekannte Lieder passend zur Veranstaltung neu betextet hatte.

 

Jürgen Buschfeld, Sprecher des Bündnisses, war „stolz darauf, dass in so kurzer Zeit so viele Bottroperinnen und Bottroper bei dieser Veranstaltung Flagge zeigen gegen Rechts.“ Die Protestveranstaltung war erst eine Woche vorher angemeldet worden.

 

Kunterbunt gegen rechte         Krakeeler

Netzwerk gegen Rechts trifft sich am 31. Oktober am Pferdemarkt

Bottrop. Bottroper Demokraten gegen Rechts treffen sich am 31. Oktober um 12.30 Uhr am Pferdemarkt/Ecke Osterfelderstraße. An diesem Tag will der rechtsextreme Verein „Pro NRW“ in der Innenstadt Station machen und seine braunen Parolen verbreiten. Alle Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, sich gegen diese „Lautsprecher“ zu stellen und dafür möglichst bunte Kleidung, Mützen oder Hüte zu tragen.

Auf diese Aktion verständigte sich das „Bottroper Bündnis gegen Rechts“ am 14. Oktober bei seiner gut besuchten Versammlung in den Räumen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Die angekündigte „Altherren-Bustour“ der rechtsgerichteten „Pro NRW“ wurde zu Beginn von Michael Sturm vom Landesprojekt mobim thematisiert: „Wir müssen nicht über jedes Stöckchen springen, das uns die Rechten hinhalten. Wichtig ist aber, Gesicht zu zeigen und dass Bottrop eine weltoffene Stadt ist, wo Rechtsextremisten keinen Platz haben.“ Wieder einmal wollen Aktivisten von Pro NRW „ihre Hetzparolen bellen“, wie Sturm es ausdrückte. „Diese Stadt hat aber bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass sie sich dagegen wehren wird.“

Damit spielte er auf die erfolgreiche Aktion des Bündnisses vor zwei Jahren an, als mehr als 1.500 Bürgerinnen und Bürger einem kleinen Häufchen von „Pro NRW“ gegenüber standen und deren Hetzparolen übertönten. Dieses Mal wollen die Mitglieder des Bündnisses und engagierte Bottroperinnen und Bottroper sich kunterbunt kleiden, um deutlich zu machen, dass sie sich und ihre Stadt deutlich von dem braunen Gedankengut der Ewiggestrigen abheben.

Noch ist der Ort von „Pro NRW“ lediglich beantragt und die Stadt hat noch ein Wörtchen mitzureden, ob sie es erlaubt, nahe dem Wochenmarkt eine solche Kundgebung abzuhalten. Deshalb könne sich auch der Treffpunkt des Bündnisses noch ändern. In diesem Fall werde noch rechtzeitig darüber informiert.

Der Vorsitzende des Regionalforums der IG BCE, Jürgen Buschfeld, freute sich über die zahlreichen kreativen Ideen, mit denen das Bündnis gewaltfrei gegen „Pro NRW“ demonstrieren will: „Das zeigt, dass wir noch viele Pfeile im Köcher haben, die wir in Zukunft für unsere Arbeit gegen rechtsextremes Gedankengut und für Menschlichkeit in unserer Stadt nutzen können.“ Dabei kann sich das überparteiliche Bündnis auf eine breite Unterstützung zahlreicher gesellschaftlicher Gruppen in Bottrop stützen.

 

BU1 (Bündnis): Ein volles Haus hatte wieder einmal das Bottroper „Bündnis gegen Rechts“ bei seinen Planungen, bei denen es von mobim – vorne rechts Anna Herkelhoff – unterstützt wird. (Foto: Klaus Kukuk)

BU1 (Sturm): Michael Sturm von mobim begleitet das Bündnis von Beginn an und freut sich „immer wieder über die starke Aktivität.“ (Foto: Klaus Kukuk)

Kämmerer Willi Loeven informierte „Bündnis gegen Rechts“ über Asylpolitik der Stadt

Mobim-Berater belegen: Pegida-Ableger in NRW durch Neonazis gesteuert


„Seit letztem Jahr stellen wir eine Welle von Hilfsbereitschaft fest, wenn es um Flüchtlinge in Bottrop geht.“ Stadtkämmerer Willi Loeven ist sich „deshalb sicher, dass wir auch die anstehenden Herausforderungen in diesem Jahr stemmen werden.“ Vor rund 30 Mitgliedern des „Bündnis gegen Rechts“ konnte er am 25. Februar im Saal der IG BCE mit konkreten Zahlen die erfolgreiche Flüchtlingspolitik der Stadt darlegen. Das Bündnis hatte ihn eingeladen, um aus berufenem Mund zu hören, wie Bottrop auf den vermutlich größeren Andrang von Flüchtlingen vorbereitet ist. Hintergrund waren die Berichte über die steigende Zahl von Asylsuchenden aus dem Kosovo.

Loeven machte deutlich, dass die Verteilung auf Privatwohnungen in den Stadtgebieten eine „deutlich stärkere Akzeptanz in der Bevölkerung“ mit sich gebracht habe. Trotzdem „braucht es noch die vier städtischen Einrichtungen, wo die Hilfesuchenden untergebracht werden können.“ Bei einer größeren Zahl von Flüchtlingen schloss der Kämmerer „mögliche Noteinrichtungen nicht aus“. Dann müssten auch „mehr finanzielle Zuwendungen des Landes eingefordert werden, die über den bisherigen Rahmen hinaus gehen.“


Gute Willkommenskultur und Welle der Hilfsbereitschaft

Besonderes Lob zollte Loeven der „Unterstützergruppe“ der Evangelischen Kirche, die das Referat Migration der Stadt „massiv und aktiv unterstützt, um die Ankömmlinge betreuen zu können.“ Gemeinsam mit verschiedenen Fachbereichen der Stadt und weiteren Beteiligten koordiniert das Referat Migration die Welle der Hilfsbereitschaft in Bottrop. Diese Hilfsbereitschaft können auch Heiko Klare und Michael Sturm von der mobilen Beratungsstelle „mobim“ in ganz NRW feststellen: „Wir haben im Land glücklicherweise eine Willkommenskultur, die es fremden Menschen einfacher macht, bei uns anzukommen.“

Die beiden Berater hatten zuvor die „Wutbürger von Rechts“ unter die Lupe genommen, die sie bei den „Dresdener Pegida-Aufmärschen und den Demonstrationen der bundesweiten Ableger“ ausgemacht haben. Die Analyse von Aussagen und Verhalten der Wortführer und Anhänger von Pegida machte sehr schnell klar, dass es sich um eine rechtpopulistische Bewegung handelt, deren Anhänger zu rund 90 Prozent in der AfD-Wählerschaft verortet werden können. „Die Art und Weise der angeblichen Argumente und des Auftretens sind deckungsgleich mit der fremdenfeindlichen und rassistischen ProNRW. In NRW kommt jedoch hinzu, dass bekannte Größen aus der rechtsextremen Szene zu den Veranstaltern und Aufrufern der verhältnismäßig kleinen Veranstaltungen in Düsseldorf, Köln oder Duisburg zählen. Die Pegida-Ableger in NRW sind ganz klar von Neonazis gesteuert.“


Obwohl die „Erfolge“ der Pegida-Demonstrationen an Rhein und Ruhr zahlenmäßig eher gering sind, machen Klare und Sturm „seit Pegida einen Anstieg von Aktivitäten gegen Asylanten aus, die oft gewalttätig sind.“ Offenbar seien die öffentlichen Auftritte der Rechtspopulisten „Wasser auf die Mühlen von Neonazis und anderen Rechtsgerichteten“. Um schon im Vorfeld Position gegen Fremden- und Demokratiefeindlichkeit zu beziehen und aufzuklären, dafür hatte sich das „Bündnis gegen Rechts“ bereits 2012 zusammengefunden. Und das Netzwerk ist weiterhin offen für Menschen, die an diesen Zielen mitarbeiten wollen.

BU Bündnis 1: Kämmerer Willi Loeven erläutert die erfolgreiche Flüchtlingspolitik der Stadt.

BU Bündnis 2: Michael Sturm von der Beratungsstelle mobim belegte die rechtspopulistische Ausrichtung von Pegida mit Fakten.

Ansprechpartner: Jürgen Buschfeld, Schellingstraße 16, 46240 Bottrop, Tel.: 02041 - 686090

Bottrop stellt sich gegen Rechts

Regionalforum schiebt überparteiliches Netzwerk an

Bottrop. Über ein volles Haus konnten sich die Initiatoren des Regionalforums der IG BCE am 30. Januar freuen. Über 60 Interessierte und zum Engagement Bereite aus Parteien, Arbeitsgemeinschaften und Gewerkschaften füllten den Sitzungssaal der IG BCE, um ein Netzwerk gegen den Rechtsradikalismus aus der Taufe zu heben.

Der Sprecher des Regionalforums, Jürgen Buschfeld, wies zu Beginn eindringlich darauf hin, dass „es hier nicht um die Diskussion eines eventuell geplanten Moscheenbaus geht, sondern um den Versuch, geschlossen den Rechtsextremen in Bottrop die Stirn zu bieten.“ Gleichwohl waren „die hetzerischen Aktivitäten von „Pro NRW“ und der NPD im Dezember ausschlaggebend“ für die Einladung des Regionalforums der IG BCE an Gleichgesinnte. Das Regionalforum vertritt rund 13.000 Mitglieder aus den Ortsgruppen unserer Gewerkschaft.

Zum Einstieg gaben Heiko Klare und Michael Sturm von der „Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster gegen Rechtsextremismus, für Demokratie“ (mobim) einen Einblick in die Gedankenstruktur der Rechtsradikalen und hatten Beispiele für nazistische Umtriebe zur Hand. Die beiden Experten moderierten im Anschluss die rege Diskussion, bei der sich alle Anwesenden zur Mitarbeit bereit erklärten. Oberbürgermeister Bernd Tischler sagte die Unterstützung der Stadt wie auch seine persönliche zu. Bundestagsmitglied Michael Gerdes (SPD) brachte es auf den Punkt, was die meisten der Gründungsmitglieder mit Zustimmung quittierten: „Mir ist es wichtig, dass hier ein parteiunabhängiges Netzwerk entsteht, um schnell reagieren zu können, wenn die Rechten wieder einmal auflaufen.“

Die Initiatoren vom Regionalforum werden nach dem Willen der Gründungsveranstaltung auch weiterhin die organisatorischen Fäden in der Hand halten und dem bisher lockeren Zusammenschluss einen Rahmen geben. Gewerkschafter Buschfeld war mit dem Start des Netzwerks zufrieden: „Wir haben jetzt Dampf im Kessel, nun müssen wir Fahrt aufnehmen.“

Netzwerk gegen Rechts nimmt Fahrt auf

Überparteiliches Arbeitsbündnis will langfristig aktiv bleiben

Bottrop. Bottroper Demokraten gegen Rechts trafen sich am Dienstag, den 27. März wieder in den Räumen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Die angekündigte „Altherren-Bustour“ der rechtsgerichteten „Pro NRW“ von Moschee zu Moschee und die mit gefährlichen Plattitüden werbenden Plakate zur Landtagswahl wurden zu Beginn von Heiko Klare vom Landesprojekt mobim thematisiert: „Wir müssen nicht über jedes Stöckchen springen, das uns die Rechten hinhalten. Wichtig ist aber, Gesicht zu zeigen und unsere Solidarität mit der Gemeinde der Merkez-Moschee zu demonstrieren.“ Vor dem Gotteshaus an der Prosperstraße wollen Aktivisten von Pro NRW am 30. April „ihre Hetzparolen bellen“, wie Klare es ausdrückte. Ein Vertreter der Partei „Die Linke“ gab bekannt, dass sie vorsorglich eine Gegendemonstration angemeldet haben. Auch Oberbürgermeister Bernd Tischler hatte sich Zeit genommen, um bei dem Treffen dabei zu sein. Er bekräftigte seine Unterstützung der Bemühungen des Netzwerks.

Nach diesen Informationen diskutierte das überparteiliche Bündnis über das eigene Selbstverständnis, das „Grundlage für ein langfristiges gemeinsames Handeln“ sein wird. Die Beteiligten waren sich darin einig, dass der Antrieb aller Aktivitäten das gemeinsame Verständnis davon ist, gewaltfrei „aktiv zu werden, bevor etwas passiert“. Konsens bestand sehr schnell darüber, wie wichtig es ist „miteinander zu reden statt über einander“. Die Gleichheit aller Bürgerinnen und Bürger brachte ein Kollege der IG BCE knapp und typisch bergmännisch auf den Punkt: „Jeder Mensch macht beim Kacken krumme Knie.“

Danach arbeiteten die Netzwerker daran, ihre Kommunikation zu organisieren, um sich auszutauschen, aber auch sehr schnell reagieren zu können. Der Leiter des Regionalforums der IG BCE, Jürgen Buschfeld, stellte noch einmal klar: „Ich weiss, dass es manchem nicht schnell genug geht, dass viele darauf brennen, aktiv gegen den braunen Sumpf zu agieren. Aber die Verständigung auf gemeinsame Handlungsgrundlagen ist ausgesprochen wichtig. Das müssen wir aushalten.“ Heiko Klare unterstützte diese Ansicht mit Erfahrungswerten aus seiner Arbeit: „Wo Gegenbewegungen aus dem Stand heraus aktiv wurden, haben sie nicht lange gehalten. Die aber, die gut vorbereitet waren, arbeiten heute noch erfolgreich.“

Ausdrücklich betonten alle Beteiligten noch einmal die parteiunabhängige Zusammenarbeit des Bündnisses, in dem örtliche demokratische Parteien und Organisationen ebenso vertreten sind wie Einzelpersonen. Besonders Lob erntete die IG BCE dafür, „dass sie das Thema aufgegriffen und die Menschen an einen Tisch gebracht hat“.

                                                                       21.11.12

 

Netzwerk gegen Rechts organisiert Aktivitäten für die kommenden Monate

Bündnis beugt mit seiner Arbeit Rechtsextremismus in Bottrop vor

Bottrop. Mit konkreten Planungen startet das Bottroper Bündnis gegen Rechts in die nächsten Monate. Auf der Zusammenkunft am 20. November verständigten sich die Mitglieder auf Aktionen, mit denen sie die Bürgerinnen und Bürger informieren und einladen wollen, sich mit der Entwicklung der rechten Szene in NRW auseinanderzusetzen.

Der erfolgreiche Widerstand am 30. April dieses Jahres gegen die Umtriebe der rechtspopulistischen „Pro NRW“ vor der Bottroper Moschee war der Aufschlag, bei dem das Bündnis erstmals öffentlich und sehr erfolgreich in Erscheinung getreten war. Rund 1.300 Menschen waren der Einladung der islamischen Gemeinde zum Tee gefolgt, just in dem Moment, als der kleine Haufen Rechtsgesinnter vor der Moschee auflief. Nach diesem Erfolg waren die Mitglieder nicht untätig. In mehreren Veranstaltungen hielten sie sich auf dem Laufenden und flochten weiter an ihrem Netzwerk gegen Rechtsextremismus und Fremdenhass.

Am Dienstagabend brachte Michael Sturm vom Landesprojekt „mobim“ die Anwesenden auf den neuesten Stand, wie sich die rechte Szene in NRW entwickelt. Er bot Ansatzpunkte für Erfolg versprechende Aktivitäten, mit denen „diejenigen in der Grauzone“ erreicht werden könnten, „die zwar Sympathisanten der Rechten, aber noch Argumenten zugänglich sind“. Sturm wies darauf hin, dass sich nach den Verboten rechtsextremer Organisationen zum Beispiel in Dortmund und Hamm eine neue Partei „die Rechte“ als Sammelbecken für die Neonazis gegründet hat. Solchen Möglichkeiten will das Bündnis gegen Rechts in Bottrop durch seine Arbeit vorbeugen.

Zum Beginn des neuen Jahres plant das Netzwerk Aktivitäten, bei denen die Mitglieder die Bottroper „mitnehmen“ wollen. Koordinator Jürgen Buschfeld vom Regionalforum der IG BCE freut sich „über die zahlreichen tollen Ideen“, die am Dienstagabend bereits aufkamen. „Wir haben eine guten Fundus an aktiven Leuten, die sich jetzt daran machen, diese Ideen umzusetzen. Die Bürgerinnen und Bürger werden im kommenden Jahr mehr von uns mit bekommen.“

Wer Interesse hat, aktiv dabei zu sein oder sich einfach mal zu informieren, ist herzlich willkommen. Kontaktmöglichkeiten bestehen unter 02041 – 6997-11 telefonisch oder per E-Mail über buero.bottrop@igbce.de

 

 

Presseinfo                                                                                                                  Bottrop, den 31.01.2013

 

Bündnis gegen Rechts erinnerte an Machtergreifung vor achtzig Jahren

Gedenkführungen zu Bottroper „Stolpersteinen“

Mit einem Informationsstand am Altmarkt erinnerte das „Bündnis gegen Rechts“ am 30. Januar an die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten vor achtzig Jahren. Mit Führungen zu den „Stolpersteinen“ in der Bottroper Innenstadt informierte Peter Ciechanowski über Menschen, die in Bottrop durch das Terrorsystem der Nazis verschleppt und ermordet wurden.

Die „Stolpersteine“ sind Gedenktafeln aus Messing, die an historischen Plätzen im Stadtgebiet in das Pflaster eingelassen sind. Durch sie wird die Erinnerung an diese Bottroperinnen und Bottroper wach gehalten. Peter Ciechanowski kann zu jeder Gedenktafel anschaulich die Geschichte erzählen, die hinter dem jeweiligen „Stolperstein“ steckt. Wer die Führungen verpasst hat, kann sich zu weiteren Führungen anmelden unter der Telefonnummer 02041 – 699711 tun oder per Email unter buero.bottrop@igbce.de. Auch komplette Gruppen sind gerne gesehen.

„Das Netzwerk, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen demokratischen antifaschistischen Organisationen zusammengefunden haben, will sich mit seiner Arbeit rechtsextremen Tendenzen entgegenstellen.“ erklärt Jürgen Buschfeld vom Regionalforum der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) für das Bündnis.

Trotz schlechtem und stürmischem Wetter nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger die Einladung an, sich bei einem heißen Kaffee oder Tee über die Aktivitäten des Bündnisses zu informieren und mit den Vertreterinnen und Vertretern zu diskutieren. Für das kommende Jahr bereiten die Mitglieder vom „Bündnis gegen Rechts“ weitere Aktivitäten vor, mit denen die Erinnerung wach gehalten und neuer Rechtsextremismus verhindert werden soll.

 

Mit einer persönlichen Einladung luden Vertreterinnen und Vertreter vom „Bündnis gegen Rechts“ am Bottroper Altmarkt zu Kaffee und Tee ein, bei dem man sich informieren und diskutieren konnte.

Peter Ciechanowski informierte bei seinen Führungen über die Menschen, deren Namen auf den „Stolpersteinen“ in der Innenstadt eingraviert sind.

    Gegenwehr auf ganz breite Füße stellen

Bündnis gegen Rechts will Bottroper stärker informieren

„Wir wollen die Bürgerinnen und Bürger stärker für das Thema Rechtsextremismus sensibilisieren.“ fasste Jürgen Buschfeld die Intention vom Bottroper Bündnis gegen Rechts zusammen, das am Dienstag, den 25. September erneut im Sitzungsraum der IG BCE an der Osterfelder Straße zusammenkam.

Diese Absicht entspricht dem Selbstverständnis, das die Akteure aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens in Bottrop schriftlich vereinbart haben. Beim Treffen am Dienstag wurde der „Fahrplan“ des Bündnisses für die kommenden Monate beraten und organisiert. Ganz oben auf der Liste stehen Aktivitäten, „mit denen wir Menschen informieren und zum Mitmachen einladen wollen.“ so Buschfeld. Heiko Klare von „mobim“ (Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster. Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie) moderierte die Veranstaltung und bündelte die kreativen Ideen der Anwesenden. Die Fachleute von „mobim“ begleiten das Bündnis gegen Rechts von Beginn an.

Für die eigene Weiterbildung der Mitglieder und öffentliche Aktionen und Veranstaltungen sollen externe Experten hinzugezogen werden. „Mit der Anfrage laufen wir bei vielen offene Türen ein. Sie sind gerne bereit, etwas zu einem besseren Zusammenleben in Bottrop und gegen rechtsextreme Tendenzen beizutragen.“ Besonders die Verknüpfung von Historie mit aktuellen Entwicklungen wollen die Bündnispartner zukünftig forcieren getreu dem Anspruch „aus der Geschichte lernen.“ Wie das im Einzelnen gemacht werden soll, soll bis zum und beim nächsten Treffen am 20. November im Sitzungszimmer der IG BCE an der Osterfelder Straße 6 entwickelt werden.

Weil zahlreiche Interessierte aus beruflichen Gründen die bisherige Anfangszeit um 17 Uhr für unglücklich halten, beginnen die Zusammenkünfte künftig um 18.30 Uhr. Das Bündnis unterstreicht noch einmal, dass alle Interessierten herzlich willkommen sind. „Um solche Erfolge wie bei unserer Aktion gegen Pro NRW auch künftig möglich zu machen, wollen wir die Gegenwehr gegen den Rechtsextremismus auf ganz breite Füße stellen.“ wirbt Jürgen Buschfeld für eine noch größere Beteiligung der Bottroper.

Heiko Klare vom „mobim“ bündelte die Vorschläge der Anwesenden zu einem „Fahrplan“ für die kommenden Monate.
Heiko Klare vom „mobim“ bündelte die Vorschläge der Anwesenden zu einem „Fahrplan“ für die kommenden Monate.

Für Rückfragen steht Ihnen Jürgen Buschfeld gerne zur Verfügung:

Tel. 02041 686090

Mobil 0173 5967375

An die örtliche Presse

IG BCE Regionalforum
Osterfelder Straße 6 
46236 Bottrop
25.04.12

 

„Bottrop gegen Rechts“ lädt am 30. April zur Aktion vor der Merkez-Moschee

Prosperstr. 162-164 ein

Unsere Stadt ist bunt, nicht braun

„Unser Bottrop ist bunt, nicht braun!“ Darin sind sich die Mitglieder des überparteilichen Bündnisses „Bottrop gegen Rechts“ einig. Deshalb werden sie mit Gleichgesinnten der Einladung zum Tee nachkommen, die der Trägerverein der Moschee an der Prosperstraße in der Versammlung des Bündnisses am 24. April ausgesprochen hat. Treffpunkt zur „Teatime“ ist am 30. April um 16.30 Uhr vor der Moschee an der Prosperstraße 162-164. Jeder ist willkommen.

Weil an diesem Tag die rechtspopulistische „Pro NRW“ eine Aktion gegen Islamgläubige an der Moschee angekündigt hat, versteht das Bündnis seinen Besuch auch als Zeichen der Solidarität mit den Mitgliedern der islamischen Gemeinde. Um dem Ganzen auch einen offiziellen Rahmen zu geben, hat das Regionalforum der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) als Initiator des Bündnisses dieses Treffen bei den Behörden angemeldet.

Bei der Zusammenkunft von „Bottrop gegen Rechts“ hatte Oberbürgermeister Bernd Tischler darüber informiert, dass die Polizei rund 30 Personen von „Pro NRW“ erwartet, die im Rahmen einer Bustour am Vorabend des 1. Mai zwischen 17 und 19 Uhr an der Moschee Station machen wollen. Er erwarte „ein größeres Polizeiaufgebot mit Spezialkräften“. In der Zeit von 15 bis 19 Uhr würden zudem die zur Moschee führenden Straßen für den Verkehr gesperrt.

Die rund fünfzig anwesenden Mitglieder des Bündnisses waren sich schnell darin einig, „dass wir zwar nicht über jedes Stöckchen springen werden, dass uns die Braunen hinhalten, aber hier müssen wir Flagge zeigen.“ Man müsse „von Anfang an klar machen: das ist unsere Stadt. Und die ist bunt und nicht braun.“ Da kam die Einladung zum Tee gerade recht, um den islamischen Nachbarn an der Prosperstraße just zum Zeitpunkt der „Kaffeefahrt der Rechten“ einen freundschaftlichen Besuch abzustatten. Und da zu befürchten sei, dass „dieser Besuch durch rechtsextreme Lautsprecherei gestört wird“, sind alle Teefreunde aufgerufen „ sich Möglichkeiten zu überlegen, wie dieses Gezeter dann übertönt werden kann“. Besonders die Fussballfreunde könnten da ihre Erfahrungen einbringen.

Oberbürgermeister Bernd Tischler war traurig darüber, dass er „der Einladung nicht folgen kann, da ich an diesem Tag für die Stadt im Ausland bin.“ Er begrüßte aber die überparteiliche Aktion und unterstrich noch einmal ausdrücklich die Unterstützung durch die Stadt für das Bündnis.

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

Jürgen Buschfeld (Regionalforum der IG BCE), Tel.: 02041 686090

Dieter Bonnemann (IG BCE Bottrop) Tel.: 02041 699712

 

„Bündnis gegen Rechts“ sieht erfolgreiche Aktion als guten Start für die künftige Arbeit

 

 

 

 

 

 

 

Bottrop: Das Bottroper „Bündnis gegen Rechts“ traf sich am Dienstag, den 19. Juni im Saal der IG BCE, um seine weitere Arbeit zu koordinieren. Die erste öffentliche Aktion des überparteilichen Zusammenschlusses unter der Federführung des Regionalforums der IG BCE war ein großer Erfolg (wir berichteten). Bei der „Teatime an der Moschee“ am 30. April hatten rund 1.300 Bottroper ihre Solidarität mit der islamischen Gemeinde bekundet und gegen die Provokation der rechtspopulistischen „Pro NRW“ demonstriert.

Vertreter der islamischen Gemeinde bedankten sich im Namen ihrer Mitglieder für die überwältigende Solidarität der Bottroper Bürgerinnen und Bürger: „Wir hatten nicht mit so vielen Demokraten gerechnet, obwohl wir seit Jahrzehnten Seite an Seite mit ihnen in dieser Stadt arbeiten und leben.“ Michael Sturm von der „Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster gegen Rechtsextremismus, für Demokratie“ (mobim) lobte die bisherige Arbeit ausdrücklich: „Dieses Bündnis wird bundesweit als positives Beispiel für die Zusammenarbeit gegen den Rechtsextremismus angesehen.“ Die Aktionen in anderen Städten hätten durch das Vorbild stärkeren Zulauf bekommen.

Besonders erfreut waren die Demonstranten darüber, „dass unheimlich viele junge Leute dabei waren.“ Ein Versammlungsteilnehmer brachte zum Ausdruck, was die meisten gefühlt hatten: „Am 30. April war ich furchtbar stolz, Bottroper zu sein.“ Trotz einiger Kritikpunkte bei der Organisation werten die Mitglieder die gelungene Aktion als Erfolg, der Mut macht für die zukünftige Arbeit.

Diese Arbeit wollen sie in den kommenden Monaten organisieren und voran treiben. Angedacht sind historisch-pädagogische Bildungsveranstaltungen und andere Aktivitäten, mit denen das Bündnis die Menschen für das Thema Rechtsextremismus sensibilisieren wollen. Herzlich willkommen dazu sind Fachleute, die sich mit der Geschichte bereits beschäftigen. Die Sensibilisierung ist ein mittelfristiges Ziel, das Eingang in die Präambel des Zusammenschlusses gefunden hat, die das Selbstverständnis des „Bündnis gegen Rechts“ widerspiegelt. Darin erklären die Mitglieder, auf welcher Grundlage die Arbeit funktionieren soll. Deutlich wird unterstrichen, dass alle Meinungsverschiedenheiten gegenüber dem gemeinsamen Ziel zurückzutreten haben, dem Kampf gegen den Rechtsextremismus.

BU: Michael Sturm von „mobim“ lobte ausdrücklich das Bündnis als Vorbild für andere. 

 

Für Nachfragen steht Ihnen Dieter Bonnemann von der IG BCE zur Verfügung unter

Telefon: 02041 – 6997-12            mobil: 0151 – 11346887